Bad Boll hat eine über 400-jährige Geschichte: 1595 ließ Herzog Friedrich I nach Salz suchen und fand schwefelhaltiges Wasser. Er beauftragte im Jahr 1597 Heinrich Schickhardt, den "schwäbischen Leonardo Da Vinci", die Quelle zu fassen, um das Heilwasser aus 25 m Tiefe zu fördern, ein Badgebäude mit Badherberge zu errichten und einen Lustgarten anzulegen. Mit dem "Wunderbrunnen" war die Grundlage für die Kur-Tradition in Bad Boll gelegt.
Mit Beginn des Dreißigjährigen Krieges beginnen die Probleme, dringend notwendige Reparaturen erfolgen nicht. Erst 1823 beschließt die königliche Regierung unter König Wilhelm I von Württemberg umfangreiche Erneuerungen, die von 1823 bis 1830 unter Oberbaurat Gottlob Georg Barth in klassizistischer Bauweise durchgeführt werden.
Die 1830er und 1840er Jahre sind geprägt von wirtschaftlichen Krisen und Revolutionsstimmungen, die 1848 zum Ausbruch kommen. Damit geht der Niedergang des Boller Bades einher, das 1852 an den Pfarrer Johann Christoph Blumhardt übergeht. Der Badbetrieb wird weitgehend eingestellt und durch eine besondere Art von Seelsorge ersetzt – ein Bruch mit der Tradition, zugleich aber auch der Beginn der Blütezeit des Kurhauses mit neuen Inhalten und Themen. Die Herrnhuter Brüdergemeine und, seit einigen Jahren, die Diakonie Stetten e.V. stehen in der Tradition dieser Arbeit.
1972 ist die Bohrung nach einer Thermalquelle erfolgreich und damit steht, neben Schwefelwasser und Fango, ein drittes ortsgebundenes Heilmittel zur Verfügung. Der Kurbetrieb wird um den Klinikbetrieb erweitert und zielgerichtet ausgebaut. Nach Übergang von Klinik und Thermalmineralbad an die Diakonie Stetten e.V. ist der Neubau des Badhauses neben dem kürzlich eröffneten neuen Bettenhaus und der Cafeteria ein vielversprechender Neubeginn.
Hier können Sie sich die Festschrift ansehen, die zur Eröffnung des neuen Badhauses herausgegeben wurde.
Festschrift herunterladen (PDF-Dokument, ca. 1,2 MB)